Indien und die Europäische Union haben nach neun Jahren des Stillstands die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen wieder aufgenommen, teilte das indische Ministerium für Industrie und Handel am Donnerstag mit.
Der indische Handels- und Industrieminister Piyoush Goyal und der Exekutiv-Vizepräsident der Europäischen Kommission, Valdis Dombrovsky, gaben laut NDTV am 17. Juni im EU-Hauptquartier die formelle Wiederaufnahme der Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen Indien und der EU bekannt. Die erste Gesprächsrunde soll am 27. Juni in Neu-Delhi beginnen, teilte das indische Handels- und Industrieministerium mit.
Es wäre eines der wichtigsten Freihandelsabkommen für Indien, da die EU nach den USA sein zweitgrößter Handelspartner ist. Neu-Delhi: Der Warenhandel zwischen Indien und der EU erreichte 2021/22 mit 116,36 Milliarden US-Dollar einen Rekordwert, ein Plus von 43,5 % gegenüber dem Vorjahr. Indiens Exporte in die EU stiegen im selben Zeitraum um 57 % auf 65 Milliarden US-Dollar.
Indien ist mittlerweile der zehntgrößte Handelspartner der EU. Eine EU-Studie vor dem Brexit prognostizierte, dass ein Handelsabkommen mit Indien Vorteile im Wert von 10 Milliarden US-Dollar bringen würde. Die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen begannen 2007, wurden aber 2013 aufgrund von Meinungsverschiedenheiten über Zölle auf Autos und Wein ausgesetzt. Der Besuch von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Indien im April und der Besuch des indischen Präsidenten Narendra Modi in Europa im Mai beschleunigten die Gespräche über das Freihandelsabkommen und legten einen Fahrplan für die Verhandlungen fest.
Veröffentlichungsdatum: 09.08.2022